Im 12.Jahrhundert, zeitgleich mit dem Beginn des englisch-französischen Konfliktes, erfuhren die hiesigen Klöster der verschiedenen Orden einen beachtlichen Aufschwung. Die massive Neubesiedlung des Landes sollte vor allem eine Besetzung durch englische Truppen verhindern. Zum anderen aber waren die Orden beauftragt, eine Barriere gegen das Vordringen des Katharertums zu bilden, jener Religion des Südens und Südwestens, die in enger Anlehnung an die Evangelien das Christentum neu zu definieren suchte.
In dieser Zeit werden viele Abteien errichtet und bereits vorhandene erfahren eine gründliche Restaurierung mit Hilfe neuentwickelter Bautechniken. So ersetzt man zum Beispiel systematisch die feuergefährdeten Holzdecken durch Steingewölbe. Diese Bauweise ist heute unter dem Namen "Romanik" bekannt und im Périgord ausgesprochen stark vertreten. Sie entspricht einer Epoche demographischer Erneuerung und starker Neubebauung. Die klaren, beinah strengen Formen der Romanik finden ihren Ausdruck mittels des leuchtend ockerfarbenen Sandsteins, der einen der Haupttrümpfe der perigordinischen Architektur darstellt. Im 12.Jahrhundert gibt es im Périgord 400 romanische Kirchen.